Rohölaktien
Rohöl wird ebenso wie die meisten anderen Rohstoffe an den internationalen Börsen gehandelt. Damit ist es den Anteilseignern möglich, Anteile an einer Ölquelle oder einer bereits im Umlauf befindlichen Rohölsorte zu erwerben.
Die Preise für Rohöl sind wie kaum ein anderer Rohstoff immensen Schwankungen ausgesetzt. Vor allem die häufig instabilen politischen aber auch klimatischen Verhältnisse in den Fördergebieten wie auch der schwer kalkulierbare Verbrauch und damit die Nachfrage in den Konsumländern machen Rohölaktien daher zu einer sehr riskanten aber auch potenziell sehr lukrativen Anlageform.
Rohölaktien sind in der Regel Anteile an einer bestimmten Rohölsorte. Diese Sorten unterscheiden sich erheblich nach dem Fördergebiet und vor allem der Verwertbarkeit. Die schwefelarmen Sorten dienen eher der Herstellung von Benzin, die schweren Sorten werden vor allem als Heizöl verwendet.
Wenn ein Aktionär also Wertpapiere einer schweren Rohölsorte hält, kann er etwa von einem extrem kalten Winter in den Vereinigten Staaten oder in Europa profitieren. Der Aktionär, der auf die leichten Rohölsorten gesetzt hat, wird hiervon vermutlich in der Kursentwicklung seiner Papiere nichts merken.
Rohölaktien sind stets eng an die weltpolitische Lage gekoppelt: Der Rohölpreis hängt zuvorderst von der Haltung der OPEC zum Westen, den Entwicklungen in Russland, dem wirtschaftlichen Wachstum in China und einer möglicherweise drohenden Kriegsgefahr im Nahen Osten ab. Die Aktien sind entsprechend eine hoch spekulative Form der Geldanlage.