Rohöldestillation
Rohöl oder ist eine dunkle, viskose Flüssigkeit. Sie besteht aus einem Gemisch von hunderten verschiedenen Kohlenwasserstoffen, sowie sauerstoff-, stickstoff- und schwefelhaltigen Verbindungen. Durch Destillation kann dieses Gemisch in seine einzelnen Bestandteile zerlegt werden. Dabei werden die verschiedenen Siedepunkte der einzelnen Bestandteile ausgenutzt.
Aus einem Lagertank wird das Rohöl in einen Röhrenofen befördert und entsalzt. Danach wird es im Wärmetauscher auf 370°C erwärmt und anschließend bei normalem Luftdruck destilliert. Dabei sieden die einzelnen Bestandteile bei einer unterschiedlichen Temperatur. Bis zu 30°C kann man Erdgas oder auch Methan gewinnen. Diese werden dann gekühlt und abgeleitet. Man spricht auch von einer Fraktion. Eine weitere Fraktion erhält man bis zu 200°C, darunter beispielsweise Petrolether. Bei einem Temperaturbereich von 200-300°C wird Kerosin und leichtes Heizöl gewonnen und bis zu 400°C erhält man schließlich noch Gasöl oder Asphalt.
Über 400°C kann allerdings nicht erhitzt werden, da bei zu hohen Temperaturen die Kohlenwasserstoffe kaputt gehen. Es bleibt aber trotzdem noch ein Rückstand am Boden übrig, der dann wiederum in eine zweite Kolonne geleitet und dort erneut destilliert wird. Da man hier nicht mehr so hoch erhitzen möchte, arbeitet man im Vakuum bzw. Unterdruck, da so eine Zerlegung in die restlichen Bestandteile auch schon bei geringeren Temperaturen erzielt werden kann. Die Destillation wird bei einem Druck von 50 mbar durchgeführt.
Die verschiedenen Fraktionen sind dabei folgendermaßen eingeteilt: Bei einem Temperaturbereich von 350-450°C kann man Heizöl oder Vakuumgasöl erhalten, bis zu 550°C entsteht Schmieröl und ab Temperaturen darüber kann Teer oder Bitumen, das zum Straßenbau verwendet wird, gewonnen werden.