Rohölpreis
Rohöl genießt mit einem Anteil von etwa 45% an den geförderten Rohstoffen die mit Abstand höchste Bedeutung weltweit. Sein Preis hat nicht nur direkte Auswirkungen auf die globale Wirtschaft, sondern auch auf den Geldbeutel der Privathaushalte.
Weltweit gibt es dutzende verschiedene Rohölsorten mit unterschiedlichen Preisen. An den Terminbörsen in New York und London werden jedoch nur einige so genannte Referenzöle gehandelt, von denen das Brent-Rohöl sowie das West Texas Intermediate (WTI) die bekanntesten Referenzöle darstellen. Brent wird in der Nordsee gefördert, während das qualitativ höherwertige WTI vor allem vor der Küste der Vereinigten Staaten vom Amerika gefördert wird.
Wie für jeden Rohstoff stellt auch beim Rohöl die Endlichkeit der Vorkommen die Förderer und damit auch die Volkswirtschaften vor ernsthafte Probleme in der Zukunft, da Rohöl als Schmierstoff der Wirtschaft in fast allen Bereichen Verwendung findet. Rohöl ist nicht nur der wichtigste fossile Energieträger, sondern er ist auch Basis der chemischen und zu Teilen auch der pharmazeutischen Industrie.
Der ständig steigende Rohstoffhunger der Schwellenländern – hier vor allem China und Indien – sorgt für eine stetig steigende Nachfrage, die einem etwa auf Grund mangelhafter Investitionen gleich bleibendem Angebot gegenübersteht. Somit werden sich die Volkswirtschaften in Zukunft auf weiter steigende Rohölpreise einstellen müssen.
Einen ersten Vorgeschmack gaben die Jahre 2003 bis 2008, als die Preisnotierungen für WTI von etwa 40 Dollar auf über 140 Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen sind. Nach Platzen der Immobilienblase in den USA ist der Preis auf unter 40 Dollar eingebrochen, um danach jedoch wieder kräftig anzuziehen.